[IP-OA_Forum] Fwd: [Open Access Helmholtz]15. Helmholtz Open Access Newsletter
Anja Kersting
Anja.Kersting at uni-konstanz.de
Do Sep 27 14:48:26 CEST 2007
>Helmholtz Open Access Newsletter vom 25.09.2007
>
>
>
>Liebe Kolleginnen und Kollegen,
>
>
>dies ist der fünfzehnte Helmholtz Open Access
>Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open
>Access Project. In diesem Newsletter geben wir
>Ihnen einen monatlichen Überblick über die
>wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.
>Sie finden den aktuellen Newsletter und das
>Archiv jederzeit auf dem Portal "Helmholtz Open
>Access Projekt"
>(<http://oa.helmholtz.de/index.php?id=98>http://oa.helmholtz.de/index.php?id=98).
>
>
>Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.
>
>
>September - ein Monat der Konferenzen
>
>
>
>Die Europäische Kommission hat eine Studie in
>Auftrag gegeben, die offenbar eine Grundlage für
>weitere Calls im Bereich der „Unit“ „GEANT und
>e-Infrastructure“, speziell für „Data Repositories“ schaffen soll:
>
>“Towards a European e-Infrastructure for
>e-Science Digital Repositories”
><http://www.e-scidr.eu/>http://www.e-scidr.eu/.
>Die beauftragte Firma hatte dazu Umfragen und
>eine Reihe von Workshops veranstaltet. Der
>letzte hiervon fand am 4.September in Lissabon statt.
>
>Die zunächst vorgeschlagenen Themen, die der
>Kommission als Aktionsfelder empfohlen werden
>sollen, reichten von der Frage der nachhaltigen
>Finanzierung von Repository-Infrastrukturen über
>Mandate/Anreize zur Veröffentlichung von Daten,
>deren „Zertifizierung“ (sprich:
>Qualitätssicherung) bis zu Rollen und
>Verantwortung der diversen Beteiligten und zur
>Verteilung der Daten über institutionelle,
>nationale und disziplinspezifische Repositories
>oder gar die Förderung eines zentralen
>europäischen Repositories (für „heimatlose“
>Daten oder sogar als Standardlösung?)
>
>Die vorgeschlagenen Aktivitäten und ihre
>Prioritäten wurden von den Teilnehmern in drei
>Workshops in Anwesenheit verantwortlicher
>Mitarbeiter der „Unit“ durchaus kontrovers
>diskutiert. Insgesamt ging es hier also eher um
>„Policy“ auf politischer und Finanzierungsebene
>und um die Bildung von Strukturen. Abzuwarten
>bleibt nicht nur das fixierte Ergebnis der
>Studie, sondern auch, wie dies Eingang in
>zukünftige Ausschreibungen und Entscheidungen der Kommission findet.
>
>In der zweiten Septemberwoche, 10.-12.9.,
>veranstaltete das BMBF das Erste D-Grid All
>Hands Meeting:
><http://www.d-grid.de/index.php?id=allhandsmeeting>http://www.d-grid.de/index.php?id=allhandsmeeting.
>
>
>Lokaler Veranstalter (SUB Göttingen) und Ort
>(„Paulinerkirche“, ein Bibliotheksstandort)
>deuten klar darauf hin, dass D-Grid sich eben
>nicht nur mit der Ebene Grids beschäftigt, wie
>sie etwa die EU versteht, sondern gleichfalls
>mit „höheren“ Ebenen der Infrastruktur – wobei
>eine separate „Data-Infrastructure“ Schicht
>zumindest schwer erkennbar ist. Die im nächsten
>D-Grid Call erwarteteten Projekte zum Thema
>„Wissenmanagement“ sollen wohl stets auch auf
>die derzeit schon erarbeiteten Lösungen und
>Infrastrukturen im D-Grid aufbauen.
>
>Die enge Verbindung von Grid-Konzepten und
>–Techniken mit solchen aus der
>Repository-„Kultur“ könnte zu einer Besonderheit
>des Forschungsstandorts werden. Es erschien in
>Göttingen möglich, dass dies und auch das
>Zusammenbringen diverser Disziplinen –
>Geisteswissenschaften, Medizin, Ingenieurwesen
>und Naturwissenschaften, sogar
>Betriebswirtschaft – gelingen kann und einer
>Erweiterung des Horizonts und auch der
>gelegentlich nötigen Distanzierung von
>projektbezogenen Perspektiven dienlich ist.
>
>Ein Paukenschlag setzte zu Beginn allerdings
>Tony Hey, bis vor zwei Jahren Direktor des
>britischen e-Science-Programms, heute
>Vice-President Technical Computing, Microsoft:
>Sein Vortrag „e-Science and Scholarly
>Communication“ stellte eine inspirierende
>Blitz-Präsentation wesentlicher Elemente aus der
>ctWatch Quarterly August-Ausgabe (s.u) dar –
>wobei er allerdings wiederholt warnte, dass
>Benutzer keinen großen Softwarestack
>installieren wollten (offenbar eine Anspielung
>auf Grid-Software – im engeren Sinne) sondern
>nach Konzepten wie Mashups, Web2.0 verlangten.
>
>In Padua fand vor der ausgesprochen
>beeindruckenden Kulisse der drittältesten
>Universität der Welt vom 19-21.9. die Konferenz
>„Berlin 5 Open Access : From Practice to Impact
>: Consequences of Knowledge Dissemination“
><http://www.aepic.it/conf/index.php?cf=10>www.aepic.it/conf/index.php
>statt. Neben vertrauten Elementen wie den (u.a.
>nationalen) Statusreports traten auch neue
>Akzente: Im Gegensatz etwa zu Berlin3 in
>Southampton wurde hier fast schon
>schwerpunktmäßig der „Goldene Weg“ (Open Access
>Journale) thematisiert. Während der ersten
>beiden Tage spielten – zwar aus anderem
>Blickwinkel, jedoch ähnlich wie in Lissabon –
>politische und strukturelle Fragen die
>Hauptrolle. In diesem Zusammenhang wurden bei
>der Tagung als besondere Schwerpunkte
>„Developing Countries“ und „Humanities und Social Sciences“ gesetzt.
>
>Der gesamte dritte Tag war einem gemeinsam mit
>der European Science Foundation ausgerichteten
>Workshop zum Thema Offener Zugang zu Daten
>gewidmet. Der Morgen bot überwiegend
>inspirierende Vorträge - z.B. aus der
>Perspektive einer einzelnen Veterinärin, die mit
>offenem Zugang zur Genanalyse des H5N1-Virus
>Schlagzeilen in der Weltpresse machte, einen
>gewohnt provokanten Vortrag von Murray-Rust (mit
>dem auch an anderer Stelle gegebenen dringenden
>Rat gegen PDF; „PDF is evil“,…, destroys
>information), aus disziplinärer Sicht (Wefer,
>Doorn) und der des Nature-Verlags (Clarke).
>
>Ein wesentliches „Ergebnis“ scheint in
>Zusammenhang mit Daten zu sein, dass
>unbestritten Daten in disziplinspezifischen
>Repositories und unter „Verantwortung“ der
>disziplinären Communities gehalten werden sollten.
>
>Alle drei Tagungen trugen dazu bei, aus
>europäischer bzw. deutscher Perspektive das sich
>schnell entwickelnde Bild der „data driven
>science“ – in der der offene Zugang zu Text und
>Daten unabdingbar ist – wahrzunehmen und auch
>seine Elemente zu beeinflussen – insbesondere
>durch die zahlreiche Teilnahme von Entscheidungsträgern der Geldgeber.
>
>
>Open Access und Cyberinfrastructure: Perspektiven und Beispiele
>
>
>
>Im August ist in der Zeitschrift “CTWatch
>Quarterly“ eine Ausgabe zum Thema
><http://www.ctwatch.org/quarterly/archives/august-2007>”The
>Coming Revolution in Scholarly Communications &
>Cyberinfrastructure“ erschienen. Es sind neben
>neuen Stimmen eine Reihe sehr namhafter Autoren
>versammelt (z.B. Harnad, Suber, van der Sompel,
>Wilbanks, Ginsparg u.a.), die Beiträge zur
>Zukunft der wissenschaftlichen Kommunikation
>liefern; dabei werden langfristige Perspektiven
>ebenso verhandelt wie konkrete Projekte mit online-Beispielen vorgestellt.
>
>“Cyberinfrastructure Technology Watch Quarterly“
>wurde 2005 mit dem Ziel gegründet, auf
>nationalem Level Forscher über die neuesten
>Entwicklungen im Bereich „Cyberinfrastructure“
>zu informieren und mit einzubeziehen. “CTWatch
>Quarterly“ wird von drei US-amerikanischen
>Computerzentren getragen und von der „National Science Foundation“ gefördert.
>
>
>Repositorien vernetzen sich europaweit: Die Driver Guidelines
>
>
>
><http://www.driver-support.eu/en/index.html>DRIVER
>(Digital Repository Infrastructure Vision for
>European Research) ist ein von der EU
>gefördertes Projekt, dass eine Testumgebung für
>eine zukünftige Wissens-Infrastruktur des
>europäischen Forschungsraums aufbaut. Dabei
>entsteht unter anderem ein europaweites Netzwerk
>existierender institutioneller Repositorien mit
>standardisierter Technologie und grundlegenden Benutzerdiensten.
>
>Für Betreiber von Repositorien, die Inhalte in
>das europäische Netzwerk liefern möchten, sind
>jetzt die
>"<http://www.driver-support.eu/en/guidelines.html>DRIVER
>Guidelines for Content Providers" veröffenlicht
>worden. Repositorien, die die technischen
>Bedingungen der Guidelines erfüllen, werden
>Lieferanten von Inhalten für das DRIVER-Netzwerk
>und können ihrerseits DRIVER-Daten für die
>Entwicklung lokaler Service-Dienste nutzen. Im
>Gegensatz zum
><http://www.dini.de/wiss-publizieren/>DINI-Zertifikat
>“Dokumenten- und Publikationsservice 2007“, das
>übergreifenden Charakter für den Gesamtbetriebs
>eine Repositoriums hat, hat der DRIVER-Leitfaden
>einen anderen Zweck und beschränkt sich auf
>Vorgaben, die die Textressource, die Metadaten
>und die OAI-PMH Implementierung
>betreffen. Allerdings geht der DRIVER-Leitfaden
>davon aus, dass die DINI-Vorgaben beim Betrieb
>eines Repositoriums berücksichtigt werden, somit
>ergänzen sich die DINI- und DRIVER-Vorgaben.
>
>
>US-Verlegerinitiative gegen Open Access
>
>
>
>Die “Association of American Publishers” (AAP),
>der größte US-amerikanische Verlegerverband, hat
>mit PRISM (Partnership for Research Integrity in
>Science & Medicine) eine Initiative gestartet,
>um gezielt gegen freien Zugang zu mit
>öffentlichen Mitteln geförderten
>Forschungsergebnissen Lobbyarbeit zu leisten.
>Dabei wird vor offensichtlichen
>Falschinformationen und dem Schüren von Ängsten
>nicht zurückgeschreckt. Auf den Webseiten von
><http://www.prismcoalition.org/>PRISM wird unter
>anderem behauptet, das Open Access das
>„peer-review“ System zerstört, das öffentlicher
>Zugang einer Regierungszensur gleichkommt und
>das die Regierung versucht, das Urheberrecht der Verleger zu enteignen.
>
>Diese Behauptungen haben heftige Kritik seitens
>der Wissenschaftlichen Community nach sich
>gezogen, die z.B. auf
><http://www.earlham.edu/%7Epeters/fos/fosblog.html>Peter
>Subers Newsletter gut dokumentiert ist (als
>Suchbegriff „prism“ eingeben, dann kommt man zu
>allen diesbezüglichen Mitteilungen). Nicht nur
>Verbände haben sich gegen die Argumentation von
>PRISM gewehrt, sondern auch prominente
>Einzelpersonen wie Tom Wilson, Gründer und
>Herausgeber einer renommierten AAP-Zeitschrift,
>der mit deutlichen Worten gegen die in PRISM
>verbreiteten Meinungen seine
>Herausgebertätigkeit aufgegeben hat. Auch
>einzelne Verlage, die Mitglieder bei AAP sind,
>haben wiederholt öffentlich den Verband
>aufgefordert, eine Erklärung auf den PRISM
>Webseiten zu veröffentlichen, dass nicht alle
>AAP-Mitglieder die Meinungen von PRISM
>unterstützen. Dies ist bisher unterblieben,
>ebenso wie eine Auflistung derjenigen AAP-Verlage, die PRISM unterstützen.
>
>
>Open Data for Global Science - CODATA Data Science Journal Special Issue
>
>
>
>Im CODATA Data Science Journal ist Ende Juni
>eine Sonderausgabe mit dem Titel
>"<http://dsj.codataweb.org/special-open-data.html>Open
>Data for Global Science" erschienen.
>
>Nach einem Vorwort sind im ersten Teil Beiträge
>zu "Recent International and National
>Governmental Data Policy Developments" und im
>zweiten Teil Artikel zu "Analysis of Data Policy Issues" zu finden.
>
>Das Data Science Journal ist die
>online-Zeitschrift des
>"<http://www.codata.org/>Committee on Data for
>Science and Technology" (CODATA). CODATA ist die
>internationale Organisation, die sich um
>verbessertes Datenmanagement und Nachnutzbarkeit
>von Daten bemüht und ist Teil des "International Council for Science" (ICSU).
>
>
>Leseempfehlungen
>
>
>
>Erfolgreiche Personalplanung für ein Repositorium:
>
>Das SHERPA-Projekt hat ein Dokument vorgestellt,
>das Anforderungen für das Personal formuliert,
>die insgesamt (nicht in einer Person) nötig
>sind, um ein Repository erfolgreich zu managen:
>
>Mary Robinson: Institutional Repositories: Staff and Skills requirements:
>
><http://www.sherpa.ac.uk/documents/sherpaplusdocs/notts-Repository%20Staff%20and%20Skills.pdf>http://www.sherpa.ac.uk/documents/sherpaplusdocs/notts-Repository%20Staff%20and%20Skills.pdf
>
>
>
>
>Zur Diskussion um den Einfluss von Open Access auf Zitatraten:
>
>Moed, H.: The effect of open access on citation
>impact: An analysis of ArXiv's condensed matter
>section. - In: Journal of the American Society
>for Information Science and Technology (2007, early view)
>
><http://dx.doi.org/10.1002/asi.20663>doi/10.1002/asi.20663
>
>Aus dem Abstract: "This article statistically
>analyzes how the citation impact of articles
>deposited in the Condensed Matter section of the
>preprint server ArXiv (hosted by Cornell
>University), and subsequently published in a
>scientific journal, compares to that of articles
>in the same journal that were not deposited in
>the archive. Its principal aim is to further
>illustrate and roughly estimate the effect of
>two factors, early view and quality bias, on
>differences in citation impact between these two sets of papers, ..."
>
>
>
>Sotudeh, H. ,Horri, A.: The citation performance
>of open access journals: A disciplinary
>investigation of citation distribution models. -
>In: Journal of the American Society for
>Information Science and Technology. (2007, early view).
>
><http://dx.doi.org/10.1002/asi.20676>doi:10.1002/asi.20676
>
>
>Impressum
>
>
>
>Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom
>Helmholtz Open Access Projekt
>(<http://oa.helmholtz.de>http://oa.helmholtz.de) herausgegeben.
>
>Redaktion: Andreas Hübner
>
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><http://oa.helmholtz.de/index.php?id=98#c406>http://oa.helmholtz.de/index.php?id=98
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>möchten, schreiben sie bitte an <mailto:rab at gfz-potsdam.de>rab at gfz-potsdam.de.
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