[Ipoa_forum_archiv] [IP-OA_Forum] Fw: [InetBib] Paragraph 137 l UrhG ist angesichts von Paragraph 38UrhG bei Zeitschriftenartikeln in der Regel nicht anwendbar

Rubina Vock rubina.vock at fu-berlin.de
Do Mai 20 09:47:59 CEST 2010


Liebe Kollegen und Kolleginnen,

unten eine Stellungnahme zur Mail von Klaus Graf betreffend den juristischen 
Laitfaden.
http://open-access.net/de/austausch/news/news/anzeige/juristischer_leitfaden_zu/

Beste Grüße
Rubina Vock

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From: ""Müller, Harald"" <hmueller at mpil.de>
Sent: Thursday, May 20, 2010 9:20 AM
To: "Internet in Bibliotheken" <inetbib at ub.uni-dortmund.de>
Subject: Re: [InetBib] Paragraph 137 l UrhG ist angesichts von Paragraph 
38UrhG bei Zeitschriftenartikeln in der Regel nicht	 anwendbar

> Liebe LeserInnen!
>
> In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie die Mail von Herrn Graf sofort 
> löschen
> bzw. ignorieren. Seine juristischen Überlegungen und Schlußfolgerungen 
> würden
> ihm in einem juristischen Examen die niedrigst mögliche Punktzahl 
> einbringen,
> nämlich NULL Punkte.
>
> Zitat Graf: "Wenigstens in den Geisteswissenschaften kann davon 
> ausgegangen
> werden, dass früher keine Verträge abgeschlossen wurden, also die 
> Befristung auf
> ein Jahr nach § 38 UrhG gilt."
>
> Selbstverständlich wird jedesmal ein Vertrag abgeschlossen (durch Angebot 
> und
> Annahme), wenn eine Person ein Manuskript zwecks Veröffentlichung an einen
> Verlag gibt. Sofern der Vertrag nicht schriftlich vorliegt, richten sich 
> die
> Vertragsbedingungen nach der urheberrechtlichen Zwecksübertragungslehre.
>
> Zitat WIKIPEDIA:
> "Die Zweckübertragungslehre besagt, dass ein Urheber im Zweifel 
> Nutzungsrechte
> nur in dem Umfang einräumt, wie es der Vertragzweck unbedingt erfordert. 
> Dies
> folgt aus § 31 UrhG. Der entsprechende Absatz lautet:
>
> "1Sind bei der Einräumung eines Nutzungsrechts die Nutzungsarten nicht
> ausdrücklich einzeln bezeichnet, so bestimmt sich nach dem von beiden 
> Partnern
> zugrunde gelegten Vertragszweck, auf welche Nutzungsarten es sich 
> erstreckt.
> 2Entsprechendes gilt für die Frage, ob ein Nutzungsrecht eingeräumt wird, 
> ob es
> sich um ein einfaches oder ausschließliches Nutzungsrecht handelt, wie 
> weit
> Nutzungsrecht und Verbotsrecht reichen und welchen Einschränkungen das
> Nutzungsrecht unterliegt."
>
> - § 31 Abs. 5 UrhG"
>
> Wenn schon das Gesetz davon ausgeht, daß bei der Übertragung von 
> Nutzungsrechten
> nicht immer alle Details zweifelsfrei dokumentiert werden, sollte man als
> Urheber im eigenen Interesse alle Vorsichtsmaßnahmen einsetzen. Deshalb 
> sollten
> die Empfehlungen von Herrn Dr. Kreutzer DRINGENST befolgt werden.
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> --
> Dr. Harald Müller
>
> Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht /
> Bibliothek
> Max Planck Institute for Comparative Public Law
> and International Law / Library
> Im Neuenheimer Feld 535; D-69120 Heidelberg
> Phone: +49 6221 482 219; Fax: +49 6221 482 593
> Mail: hmueller at mpil.de
>
> -----Original Message-----
> From: inetbib-bounces at ub.uni-dortmund.de
> [mailto:inetbib-bounces at ub.uni-dortmund.de] On Behalf Of Klaus Graf
> Sent: Wednesday, May 19, 2010 11:40 PM
> To: Internet in Bibliotheken
> Subject: [InetBib] Paragraph 137 l UrhG ist angesichts von Paragraph 38 
> UrhG bei
> Zeitschriftenartikeln in der Regel nicht anwendbar
>
> Die gegenteilige Empfehlung im neuen Leitfaden sollte
> ignoriert werden:
>
> http://archiv.twoday.net/stories/6344762/
>
> Klaus Graf
>
> -- 
> http://www.inetbib.de
>
> -- 
> http://www.inetbib.de
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