[Ipoa_forum_archiv] [IP-OA_Forum] Fw: [InetBib] Ein kritscher Blick auf: "Wer bezahlt das Grün? Und wem gehört es? Ein kritischer Blick auf Mendeley und ResearchGate"
Rubina Vock
rubina.vock at fu-berlin.de
Mi Nov 4 18:31:48 CET 2009
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sicher auch für diese Liste interessant.
Beste Grüße
Rubina Vock
----- Original Message -----
From: "Ulrich Herb" <u.herb at sulb.uni-saarland.de>
To: "Internet in Bibliotheken" <inetbib at ub.uni-dortmund.de>
Sent: Wednesday, November 04, 2009 5:46 PM
Subject: [InetBib] Ein kritscher Blick auf: "Wer bezahlt das Grün? Und wem
gehört es? Ein kritischer Blick auf Mendeley und ResearchGate"
> Liebe Liste,
>
>
> weil dieser Artikel eine meiner Meinung nach unzulässige Vermischung von
> Themen rund um Open Access beinhaltet, möchte ich ihn der Liste nicht
> vorenthalten:
>
>
> http://libreas.wordpress.com/2009/11/04/wer-bezahlt-das-grun-und-wem-gehort-es-ein-kritischer-blick-auf-mendeley-und-researchgate/
>
>
> und natürlich möcht ich der Liste auch nicht vorentalten warum ich
> dieser Meinung bin:
>
> Ein sehr kritischer Blick auf ResearchGATE und Mendeley, zu dem ich als
> Nutzer beider Services äußern muss.
>
> Der Einstieg mit dem Ziehen einer Parallele zum Heidelberger Appell geht
> völlig an der Thematik vorbei. Ich sehe schlicht nicht, wo beide
> Services Open Access gefährden. Zwar bieten sie die Möglichkeit an,
> Dokumente entgeltfrei zum Downlaod bereitzustellen, aber ihre
> Hauptfunktion ist die einer Social Community für Wissenschaftler
> (ResearchGATE) resp. einer Online-/Offline-Literaturverwaltung
> (Mendeley). Die Möglichkeit, Volltexte entgeltfrei bereitzustellen, ist
> für beide Services vollkommen peripher. Und zu mutmaßen, die Services
> würden ein Publikationsmodell aufweisen ist schlicht falsch:
> Self-Archiving ist keine Publikation, es handelt sich um eine
> Zweitverwertung von Werken, die in anderen Kontexten publiziert wurden.
> Oder weisen ResearchGATE/Mendeley Publikationsworkflows oder -elemente
> (Submission, Redaktion, Review, Issues, Reihenbildung) auf? Pas du tout:
> Ein Dokumentupload ist keine Publikation. An diesem Umstand ändert sich
> auch nichts wenn Mendeley Publikationen von Toll-Access-Publishern
> anbietet. Aus den genannten und anderen Gründen (die aber nicht erwähnt
> werden: fehlende OAI-Schnittstelle, Fehlen von
> Langzeitarchivierungsfunktionen etc.) stellt keines der beiden Angebote
> ein Open-Access-Server (oder eine Konkurrenz zu solchen) da.
>
> Was mich aber nun wirklich stutzig macht ist die Polemik des Artikels:
> „Parasitär“ ist ein wirklich hässliches Wort und den Heidelberger Appell
> mit den erwähnten Services in einen Topf zu werfen ist meiner Meinung
> nach genauso fahrlässig wie (beim Heidelberger Appell geschehen) Open
> Access und Google in einen Topf zu werfen. Ich hoffe mal, dass die
> Motivation (FUD) nicht die selbe war.
>
> Ganz generell halte ich Kooperation für den richtigen Weg: Warum keine
> Schnittstelle vom lokalen Repository zu ResearchGATE? Die Metadaten beim
> Community-Service, der Volltext inkl. LZA und OAI-Schnittstelle beim RZ/
> der Uni-Bibliothek. Die meisten Forscher finden eine Publikationsliste
> mit Open-Access-Volltextzugriff in ResearchGATE oder Mendely bestimmt
> eher sexy als eine OPUS-/EPrints-/DSpace-Trefferliste, auf die sie
> verlinken, oder auch eine Publikationsliste, die via Export erstellt,
> auf ihrer Homepage zu finden ist – selbstredend ohne
> Vernetzungsoptionen. Auch wenn man Zweifel hinsichtlich der
> Dauerhaftigkeit der Services haben mag: Mir fallen sehr viele Beispiele
> hochhängender, aus dem Bibliotheksumfeld lancierter Projekte ein, deren
> Dauerhaftigkeit oder dauerhafter Wert sehr sehr gering ist. Und wen
> stört’s denn wenn ResearchGATE/Mendeley mir nen gescheiten
> Elsevier-Artikel anbietet? Zumal ich den Text ja bei
> ResearchGATE/Mendeley ja auch noch vielleicht Open Access kriege. Das
> müssen die in diesem Umfang Jahresbibliographien an Bibliotheken erst
> noch einrichten – das soll kein Schuss gegen die Bibliotheken, sondern
> gegen dern Ton des Artikels sein. Also: Warum nicht mit den Services
> kooperieren? Anders als Herr Jahn stießen andere und ich auf offene
> Ohren. Haben Sie’s denn versucht Herr Jahn?
>
> Kurzum: Jede(r) und jede Bibliothek sollte prüfen, was sie/ er nutzen
> will. Sowohl ResearchGATE als auch Mendeley bieten vielen nützliche
> Funktionen, die ich aus der Bibliothekswelt nicht kenne und keiner der
> Service wil meiner Meinung nach den Bibliotheken Open Access streitig
> machen. Ganz nebenbei: Bei Open Access stehen vielleicht auch nicht nur
> die Bibliotheken im Mittelpunkt: Die Forderung nach Open Access stammt
> von Wissenschaftlern. Anders als bei OAIster/OCLC-Kontroverse finde ich
> auch an der Verwertung der Open-Access-Inhalte nichts anrüchig – zumal
> (ich kann mich das selbst schon nicht mehr schreiben sehen) Open Access
> in den Services eine Petitesse ist und die Nutzung der Services
> entgeltfrei möglich ist.
>
> Wer die Services nicht nutzen/empfehlen will, kann das tun – fraglich,
> ob er seinen Wissenschaftlers besseres Selbstgestricktes bieten kann.
> Permanent wird die Notwendigkeit, Open Access zu propagieren und in
> andere Services einzubinden beschworen – wenn dann passiert sollte man
> nicht katechistisch und schmallippig reagieren.
>
> Für einen demnächst erscheinenden Artikel habe ich mit einer Vielzahl an
> Community-Services für Wissenschaftler befasst und fand sowohl
> ResearchGATE als auch Mendeley sehr gelungen. Aber ich sehe das aus
> Nutzersicht – und dies würde auch bei aller positionsgebunden
> Perspektive der Bibliotheken nicht vernachlässigen.
>
>
>
> Viele Grüße
>
>
> Ulrich Herb
>
> --
> http://www.inetbib.de
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